Boletín Januar 2017

Monatsbrief von horizontes e.V.

Liebe Freundinnen und Freunde,

im letzten Jahr haben wir aufgrund verschiedener Anfragen beschlossen die Mitglieder in loser Folge über Einzelheiten unserer Projekte zu informieren.

Wir können nicht alle Aspekte benennen. Daher sind wir froh, wenn wir Fragen und Anregungen zu den einzelnen Themen erhalten und werden versuchen sie mit Hilfe unserer Partner in Nicaragua und Burkina zu beantworten.

Unser erstes Thema ist das Engagement Chinantlans in den Schulen Chinandegas.

Hintergrund: Seit Beginn der 2000er Jahre war die Entwicklung der Schulen, die Förderung von Kindern aus armen Verhältnissen, die ohne finanzielle Hilfe arbeiten mussten und daher keine Schulbildung erhielten, ein wichtiger Arbeitsschwerpunkt von Chinantlan.

Mehrere Lehrer der Gesamtschule Schlebusch besuchten und arbeiteten an Schulen in Chinandega, zugleich arbeiteten nicaraguanische Lehrer an der Gesamtschule Schlebusch und dem Gymnasium Lise Meitner.

Wir hatten zwei Gastschüler, und zahlreiche Klassen hatten Briefkontakt mit Schülern aus der Partnerstadt.

Wie ist die Situation heute? Dazu fasse ich die Antwort von Javier Espinoza vom 19.1.2017 auf meine Anfrage zusammen:

Chinantlan hat als Nichtregierungsorganisation das Recht verloren in öffentliche, staatliche Schulen hineinzugehen um sich über Problemfälle von Kindern aus ärmsten Familien, die die Schulen ohne Abschluss verlassen, zu informieren.

Da auch die Lehrer nicht mehr mit Chinantlan diesbezüglich kooperieren sollen und daher Kommunikation und Kontakte mit Schülern sich nicht mehr realisieren lassen, kann Chinantlan nicht weiter in den Schulen aktiv sein.

Man hat uns verboten mit diesen Schulen zu kooperieren um diesen Schülern mit Problemen zu helfen.

Durch die Unterstützung von Horizontes e.V. ermöglichen wir 50 Schülern, die aus sehr armen Familien kommen, den Besuch der Privaten Sekundarschule Filemón Rivera Quintero. Sie besuchen diese Schule von der 7. Klasse bis zum Abitur nach der 11. Klasse.

Desgleichen fördert die Lise-Meitner-Schule Leverkusen durch Erlöse aus dem Betrieb ihres Schülercafés 13 Schüler aus ärmsten Familien an dieser Schule, sowie 20 Schüler am Colegio San Luis Beltrán.

Mit der Nicaragua AG Leverkusen haben wir direkt in den ärmsten und sozial gefährdetsten Gemeinden Chinandegas Aktionen gegen den vorzeitigen Schulabbruch durchgeführt. Es wurden auch Kindergruppen organisiert, die den Schülern Nachhilfe geben sollen, die schlechte Leistungen in der Schule und keine Motivation haben die Schule abzuschließen.

Javier bewertet die Möglichkeiten von Chinantlan wie folgt:

„Wie ihr seht, haben wir uns nicht vollständig aus den Aktivitäten im Bereich der Bildung zurückgezogen. Wir tun unsere Mögliches im Rahmen des uns Gestatteten.“

Diese zurückhaltenden Worte Javiers dürfen uns meiner Meinung nach nicht entmutigen, im Gegenteil. Wir müssen versuchen den Geist der Städte- und Schulpartnerschaften auch in schwieriger werdenden Zeiten aktiv aufrecht zu halten.

Derzeit studiert Wolfgang Espinoza im 1. Semester Technische Chemie an der TH Köln.

Es wäre gut, wenn auch die Partnerschulen über andere Projekte mit Kindern und Jugendlichen aus Chinandega nachdenken würden, um den direkten Kontakt stärker zu fördern. Ich denke z.B. an einen Austausch von gemalten Bildern an den Schulen.

Herzliche Grüße

Sabine Schiek